Donnerstag, 8. Dezember 2011
Der Oma Irmgard ihr Heinerle
Was bin ich froh, dass Zorra einen ordentlichen Adventskalender veranstaltet. Wir sind ja alle erwachsen und gesittet und so. Mancher Terrorzwerg muss erst noch lernen, wie das mit den Adventskalendern funktioniert, aber das bringt das Alter mit sich. Der Mutter kann man bis dahin nur gute Nerven wünschen. Zum Glück sind Terrorzwerge in Futterblogs einfacher auszusperren. Und Adventskalenderevents kaputt machen lassen wir uns von denen auch nicht. ;) (Wer Anspielungen findet, darf sie behalten oder Plätzchen damit backen.) Ja, also, Kulinarischer Adventskalender. Same procedure as every year, natürlich gibt's auch dieses Jahr von der wohlorganisierten Zorra was zu gewinnen, und weil Verlosen gerade hip ist, hab ich auch eine Miniverlosung am Start. So! Zum Thema:Die Inhaltsliste liest sich wie postwar-Päppelnahrung: Heinerle sind Oblatenschichten, zusammengehalten von einer Creme aus Palmin, Eiern, Zucker, Blockschokolade, gewürzt mit etwas Vanille, dann in Rauten geschnitten. So weit die eigentlich simple Theorie. Die wahre Meisterschaft liegt allerdings darin, genau den richtigen Moment der Streichfähigkeit abzupassen, die Oblaten gleichmäßig zu bestreichen und dabei nicht die ganze Küche voller Schokoladencreme zu schmieren oder wahlweise bei Nichtgelingen einen terrorzwergischen Wutanfall zu bekommen. Auch wenn meine Heinerle noch ein paar Jahre brauchen werden, bis sie so gut aussehen, wie die von meiner Oma: Sie schmecken schon jetzt nach vanillig-schokoladiger fränkischer Dorfkindheit im Dezember. Wenn's Heinerle gibt, ist Advent.
Der Oma Irmgard ihr Heinerle:
250 g Palmin
250 g Zucker
120 g Blockschokolade, gerieben
4 Eier, ganz
1/2 TL gemahlene Vanille (oder 2 Päckchen Vanillezucker)
2 Packungen große, rechteckige Oblaten (etwa 20 Stück)
Palmin zergehen lassen, Zucker dazu geben. Mit Schokolade, Eiern und Vanille auf kleiner Stufe bis kurz vor's Kochen erhitzen, dabei ständig umrühren. Wasserbad ist für Angsthasen.
Die Schokoladenmasse abkühlen lassen, sie sollte noch streichfähig sein, aber nicht zu flüssig. Hier ist jahrelange Erfahrung gefragt. Mit einer Palette oder einem Messer etwa 1 gehäuften Esslöffel der Masse auf eine Oblate streichen, dabei auf gleichmäßige Dicke achten, etwa 1-2 mm sind ideal. Die schokoladenbestrichene Oblate mit einer weiteren Oblate bedecken und diese ebenfalls mit Schokolade bestreichen. So weiter verfahren, bis die Dicke der Oblatenlasagne etwa 1-2 cm beträgt, mit einer Oblate abschließen.
In gleicher Weise verfahren, bis alle Schokoladenmasse aufgebraucht ist. Die Oblatenpäckchen dann aufeinander zwischen zwei Frühstücksbretter stapeln, ruhig auch mit mehr Brettchen als ausgleichende Lage, mit Konservendosen beschweren und an einem kühlen Ort, aber nicht im Kühlschrank, antrocknen lassen.
Aus den Oblaten-Schokoladen-Platten mit einem scharfen Messer (ohne Wellenschliff) rautenförmige Heinerle schneiden. Hierbei auf ausreichende Trockenheit der Schokoladenmasse achten! (Sonst schmiert's aweng.) In einer Weißblechdose aufbewahren. Eine gewisse Trockenheit bei längerer Lagerdauer ist normalt, die Cremigkeit sollte aber nicht leiden. Einfach früher alles aufessen und Nachschlag verlangen.
Kommentare (23) | Trackbacks (0)
zorra - #1 - 08.12.2011 09:18 - (Antwort)
Wow, die sehen superedel aus. Schmecken sicher auch so.
Und dir wünsche ich noch alles Liebe und Gute zum Geburstag!!!
Heike - #2 - 08.12.2011 09:18 - (Antwort)
klatsch die sind ja entzückend!
Und in der Tat, mit den Zutaten geeignet zum aufpäppeln :)
uwe@highfoodality - #3 - 08.12.2011 09:25 - (Antwort)
Respekt! Eine Sternstunde der Weihnachtsbackkunst! ;)
Eva - #4 - 08.12.2011 09:45 - (Antwort)
Ein echter Hingucker - Kompliment!
Schmecken die ein bisschen wie Manner? (weiß nicht, ob du das kennst?!)
Koleen - #4.1 - 09.12.2011 11:26 - (Antwort)
Na also das sieht absolut lecker und auch optisch super ansprechend aus!
Großes Kompliment!
Grüße
Jana - #5 - 08.12.2011 09:49 - (Antwort)
Ja, Terrorzwerge sind nicht immer leicht zu händeln. Schade nur, das man die virtuellen nicht einfach in den Kohlenkeller sperren kann :-)
Dein Oblatenstern sieht sehr sehr lecker aus. Aber schon alleine bei der Anleitung hat mein Backsinn leicht ausgesetzt und alleine bei der Vorstellung, dass vielleicht eine ähnliche Sternenform bei mir entstehen könnte, wusste ich schon, dass es der Mühe nicht Wert ist. Du weißt schon, Terrorzwerge, die machen nicht bloß vor Adventskalendern halt....
Kratzi - #6 - 08.12.2011 10:17 - (Antwort)
Wow! Bin jetzt erst durch Zorras Adventskalender auf deine Seite gekommen. Die Heinerle sehen toll aus! Wie sollen die denn noch perfekter werden?
LG
Petra aka Cascabel - #7 - 08.12.2011 10:40 - (Antwort)
Oh klasse, die sehen perfekt aus! Wir haben uns ja in Würzburg schon ein Tütchen Heinerle gegönnt - jetzt kann ich sie auch selbst machen (wobei es hier gar nicht so einfach ist, was anderes als runde Oblaten aufzutreiben).
Barbara - #9 - 08.12.2011 13:27 - (Antwort)
Jetzt wohn' ich schon seit den 1980ern in Franken - und kenn' das Heinerle nicht.
Danke fürs Aufklären. Sieht bombastisch gut aus. Und schmeckt bestimmt klasse, wenn das das allerbeste Rezept der Oma ist. :-)
Anikó - #10 - 08.12.2011 20:12 - (Antwort)
Ihr seid komisch da unten links ;-) Aber wenn mir jemand so eine nette Raute anbieten würde, wäre ich dem nicht abgeneigt g
Su - #11 - 08.12.2011 22:18 - (Antwort)
sehe die zum ersten mal. erinnern mich an calissons d'aix. natürlich sind sie ganz anders und feiner, da mehrschichtig :)
Micha - #12 - 09.12.2011 08:57 - (Antwort)
Ist ja irre, die sehen perfekt aus. So perfekt, dass sie fast nicht aussehen wie von Hand gemacht. Très chic!
Evi - #13 - 09.12.2011 11:32 - (Antwort)
@zorra: Edler Geschmack? Gute Werbemasche. ;) Cremig-schokoladig auf jeden Fall!
@Heike: Unsere Hüften sehen jedenfalls nicht aus, als wären weitere Aufbaumaßnahmen nötig. ;)
@Uwe: Und dabei muss man noch nicht mal den Ofen anschmeißen!
@Eva: Ne, gar nicht. Die Oblaten schmeckt man kaum raus, nicht wie die Manner-Waffeln. Außerdem ist da ja Haselnuss mit drin und sie sind wesentlich fester. Denk eher an Nutella ohne Nuss, irgendwie in Fingergerechter Form.
@Jana: Probier's einfach, ist wirklich überhaupt nicht schwer. Im schlimmsten Fall habt ihr einen schokoladenverschmierten Terrorzwerg und die Rauten sind Rechtecke, aber das tut dem Geschmack keinen Abbruch! :)
@Kratzi: Hm, Jammern auf hohem Niveau ist das wohl. ;) Aber man hat ja so seine Vorstellungen vom perfekten Plätzchen.
@Petra: Aldi Süd hat hier sogar welche, die müssts doch bei euch dann auch geben? Im besten Fall nimmt man Küchle Oblaten. Soll ich dir welche besorgen?
@Lena: Wir Fränkinnen wissen halt, was gut ist. ;)
@Barbara: Mensch, da tut man noch was für die Regionalbildung der Neigschmeckdn. ;) Die Oma hat aber noch viele allerbeste[tm] Rezepte in dem kleinen schwarzen Buch verstaut. ;)
@Anikó: Wir sind maximal fast-unten-mittig. ;) Und nee, ich bin sicher, wir kriegen für euch Nordlichter noch seltsamere Sachen hin. ;)
@Su: Calissons laden natürlich auch zur Sternchenform ein. In so einen Calisson würd ich mich jetzt auch reinlegen. Adresse für Präsente steht im Impressum. ;)
@Micha: Geduld und ein scharfes Messer. Ich bezweifle, dass die per Maschine so adrett werden könnten. ;)
@Koleen: Dankeschön!
Jeannette - #15 - 10.12.2011 10:47 - (Antwort)
Klasse, die kenn ich auch - natürlich von meiner Oma! ;)
Bei meiner Oma heißen die allerdings "Kalte Wauwis" (um sie nicht mit den "Kalten Hunden" zu verwechseln - keine Ahnung wieso).
Mittlerweile hat sich jedoch eine gänzlich andere Bezeichnung in unserer Familie dafür eingeschlichen, kreiert von meinem (damals 8jährigen) Cousin: *Plastikplätzchen*. :D
Wir LIEBEN diese Plastikplätzchen - und das obige Rezept muss ich mal mit dem von meiner Oma genau vergleichen und nachmachen...
Ralf - #16 - 11.12.2011 16:27 - (Antwort)
Morgen mitbringen! :)
http://wuerzblog.de/2011/12/11/die-blogger-treffen-sich-im-advent/
Aus meinem Kochtopf - #17 - 12.12.2011 12:26 - (Antwort)
Die sehen ja absolut perfekt aus!
berlin - #18 - 14.12.2011 19:13 - (Antwort)
Die schmecken irre gut und machen optisch echt was her!Immer ein super Geschenk zummitbringen :)
Fred - #19 - 22.12.2011 14:25 - (Antwort)
Sieht ja sehr appetitlich aus und das Rezept scheint auch ziemlich einfach zu sein. Obwohl Ich mir vorstellen kann dass es einige Übung erfordert bis man Alles richtig hat und kann. Muss Ich unbedingt auch mal probieren.
David - #20 - 11.01.2012 12:23 - (Antwort)
Wunderschön geschnitten! Das ist nämlich die Kunst: die Oblaten dürfen sich beim Schneiden nicht "aufblättern". Für mich darf's statt Vanille lieber ein ordentlicher Schluck Rum in der Creme sein. Nimmt dem Ganzen etwas die Süße.
silvia - #21 - 19.11.2012 10:17 - (Antwort)
kann man statt palmin auch gewöhnliche margarine oder butter nehmen?
Evi - #21.1 - 19.11.2012 10:24 - (Antwort)
Silvia, der Vorteil von Palmin oder generell Kokosfett ist, dass es auch bei Zimmertemperatur hart ist. Wenn du Butter oder Margarine verwendest, werden die Heinerle vermutlich nur im Kühlschrank fest, da kristallisiert das Fett aus der Schokolade unter Umständen unschön aus und die Oblaten werden ziemlich sicher weich und wäh. Ich würde auf jeden Fall Palmin oder eine vergleichbare Marke benutzen. Viel Erfolg! :)

















